Draftpreview runde 1

 

Welcome to LAS VEGAS BABY!

Der Draft in der Stadt der Sünden rückt näher, übermorgen Nacht ist es endlich so weit, Runde 1 des 2022er NFL Draft. Stand jetzt dürfen unsere Washington Commanders an Position 11 einen neuen Spieler auswählen. Wer das aus unserer Sicht sein könnte und wen wir gerne hätten, wollen wir hier in aller Kürze durchgehen. Klar ist: Die Gerüchte um einen Wide Receiver an 11 werden immer lauter, einige Namen sind bekannt, weil diese bereits zum sogenannten Top 30 visit in Washington waren. Das bedeutet Washington darf 30 Draft Prospects zu einem “formalen Besuch” einladen. Oft geht es dabei entweder darum, den Spieler in Person besser kennen zu lernen, oder mehr zum Stand seiner Verletzung zu erfahren. Das bedeutet auf der anderen Seite nicht, dass ein Spieler, der nicht zum visit in Washington war, gleichzeitig nicht auf dem Draftboard weit oben steht, es kann einfach nur bedeuten, dass das Front Office bereits genug über diesen Spieler weiß.

Bevor wir also zu Pick 11 springen, liste ich euch hier kurz auf, welche Spieler zu einem solchen visit bereits in Washington waren.

Quarterback:

  • Carson Strong, Nevada

Wide Receiver:

  • Drake London, USW
  • Chris Olave, Ohio State
  • Garrett Wilson, Ohio State
  • Treylon Burks, Arkansas
  • John Metchie, Alabama

Tight Ends:

  • Jalen Wydermyer, Texas A&M
  • Cole Turner, Nevada

Running Backs:

  • Breece Hall, Iowa State
  • Kenneth Walker II, Michigan State
  • Isaiah Spiller, Texas A&M
  • Brian Robinson, Alabama
  • Tyrion Davis-Price, LSU

Offensive Line:

  • Rasheed Walker, Penn State
  • Abraham Lucas, Washington State
  • Luke Goedeke, Central Michigan
  • Tyler Smith, Tulsa
  • Spencer Burford, UTSA

Cornerbacks:

  • Kaiir Elam, Florida
  • Samuel Womack, Toledo

Safties

  • Kyle Hamilton, Notre Dame
  • Jaquan Brisker, PSU
  • Nick Cross, Maryland

Linebacker:

  • Christian Harris, Alabama

Defensive Line:

  • Trevon Walker, Georgia
  • Cameron Thomas, SDSU
  • Perrion Winfrey, Oklahoma










Man sieht an diesen visits schon relativ deutlich das Interesse an Wide Receivern, die vermutlich in Runde 1 gehen werden. Auch sieht man das Interesse an Running Backs und Offensive Linern. Doch widmen wir uns endlich dem Pick in Runde 1.

 

Wide Receiver:

 

Garrett Wilson

Wilson könnte der wohl kompletteste WR über alle 3 Phasen im Draft sein. Wilson hat einen guten release, kann seperation kreieren, hat einen guten Catch Radius und ist auch nach dem Catch durch seine Beweglichkeit für Yards nach dem Catch gut. Dafür hat Wilson mit 1,83m und 85kg einen relativ kleinen Frame, dazu kommt, dass er im Gegensatz zu DeVonta Smith letztes Jahr, nicht mit der gleichen Aggressivität spielt. Dennoch gilt er bei vielen Experten als der kompletteste und beste WR im Draft. Im anfänglichen Prozess mochte ich Wilson sehr, weil man ihm einfach gerne zusieht. Er ist flüssig in seinen Bewegung und hat wie gesagt kaum Mängel. Dennoch, sollte Washington die freie Wahl bei den WR bekommen, wäre Wilson nicht meine Nummer 1. Doch Ron Rivera hat die OSU WR immer wieder ins Gespräch gebracht. Also scheint Wilson auf jeden Fall sehr interessant für ihn zu sein.

 

Jameson Williams

Williams gehört zu den late risern der diesjährigen Draft Klasse. Kürzlich wurde ein Video aus seinem Training gepostet, welches zeigen soll, dass er deutlich dem Zeitplan seiner Rückkehr vom Kreuzbandriss voraus ist. Hätte sich Williams nicht im Championship Game im Januar das Kreuzband gerissen, wäre er wohl der Konsens WR1 im Draft und sicherer Top 10 Pick. Williams wechselte in seinem junior year von Ohio State zu den crimson tide nach Alabama. Die einzige Saison, die er in Alabama spielte war aber eine starke. 15 Touchdowns, fast 1600 Yards. Williams gehört in die Kategorie Speedster, kann mit seinen Gangwechseln viele Duelle gewinnen. Mit 1,88m ist er dabei aber auch nicht zu klein um contested catches zu gewinnen. Er wäre wohl die Rolle in der Offense, die sich Washington von Dyami Brown aus dem letztjährigen Draft gewünscht, aber nicht bekommen hat. Ehrlicherweise sitze ich absolut im Jameson Williams Hypetrain, daher wäre er auch meine Wahl, sollten alle WR noch auf dem Board sein. Wirkt für Washington aber eher unrealistisch, da er trotz Verletzung zu keinem visit in Washington war.

 

Drake London

London wäre genau das, was Washington schon seit Jahren sucht und aktuell mit Cam Sims versucht. Der big body WR, der einen großen catch Radius hat und eine Gefahr in der Endzone ist. 1.95 bei 95kg stehen bei ihm zu Buche, Gardemaß. Dabei könnte man aber schnell denken, er wäre steif in seinen Abläufen und Bewegungen, doch zeigt er immer wieder seine Agilität. Aber auch London ist nicht perfekt, denn er glänzt nicht mit seiner Geschwindigkeit, dass hindert ihn ein bisschen seperation zu kreieren. Doch mit seinem Frame und seinem catch Radius kann er viel von der fehlenden Geschwindigkeit wett machen. Washington hat mit Logan Thomas einen guten Tight End für die Endzone, aber dieser ist auch schon in den älteren Footballjahren und dazu kommt er von einer schweren Verletzung zurück. Das könnte Washington durchaus dazu bewegen eine weitere Waffe für die Endzone zu holen. London gehört für mich zu den wahrscheinlichsten Picks.

 

Chris Olave

Olave ist der zweite OSU WR im Bunde, auch er wurde von Ron Rivera immer wieder gelobt und ins Gespräch gebracht. Olave gehört zu den Receivern mit dem “schönsten” Spiel. Er ist ein überragender Route Runner und schlägt oft seinen Corner Back allein mit seiner Route. mit 1,85 und 85 gehört er zu den leichteren Receivern. Das spiegelt sich auch in seinem Spiel nach dem Catch wider. Da hat er definitiv noch Raum, sich zu verbessern. mit 4.39 auf die 40 hat er den nötigen Speed, an den agilitäts drills, hat er leider nicht teilgenommen. Was ein guter Route Runner anstellen kann, weiß man ja in Washington durch Terry McLaurin ganz genau. Ich persönlich mag Olave sehr. Ich würde ihn etwa auf der gleichen Stufe wie sein Kollegen aus der Ohio State University setzen, der Konsens sieht ihn allerdings etwas tiefer als die zu erst genannten. So könnte Washington vielleicht sogar ein paar spots runter traden und Olave trotzdem bekommen. Wäre für mich persönlich nicht das schlechteste Szenario.

 

Wer kommt noch in Frage?

Needs hat Washington noch genug, zwar keine riesen Lücken, aber genug Ecken, an denen das Roster noch verbessert werden könnte. Wer kommt also noch in Frage? Mit Glück rutscht einer der Prospects, der eigentlich in der Top10 gepickt werden sollte bis auf elf. Wer weiß, ob nicht doch zwei QBs in den Top10 gehen, oder jemand überraschend pickt. Für Washington in Frage würden natürlich beide Cornerbacks kommen, wobei ich nicht glaube, dass Ahmad “Sauce” Gardner so tief fällt. Vielleicht aber  Derek Stingley. Außerdem sieht man immer wieder Mock Drafts bei denen Kyle Hamilton aus der Top10 rutscht.

 

Derek Stingley

Stingley hat das Zeug der beste Corner der Draft Klasse zu sein, doch warum könnte dann genau er aus der Topgruppe rutschen? Leider plagten ihn immer wieder Verletzungen, zuletzt bremste ihn eine Fuß-OP aus, durch die er neun Spiele der letzten Saison verpasste. Dazu gesellten sich leider auch ein paar inkonstante Spiele. Doch ist er trotzdem einer der besten Man-Cover-Corner, die in letzter Zeit den Weg in die NFL gefunden haben. Damit stellt sich aber dann auch die Frage? Wo ist der Scheme Fit? Schwierig. Washington spielt ja bekannterweise unter Defensive Coordinator Jack del Rio vermehrt Zone Coverage, die Umstellung auf diese fiel ja bereits William Jackson III schwer. Aber würde das Washington davon abhalten, einen der besten Spieler im Draft zu picken, sollte dieser bis Position elf rutschen? Ich glaube nicht.

 

Kyle Hamilton

Der beste Safety im Draft, gesegnet mit überragenden Instinkten. Kyle Hamilton wäre womöglich der beste Scheme Fit für die unbesetzte Buffalo Nickel Rolle, die Landon Collins letzte Saison ausgefüllt hat. Nach dem, was man so auf dem Umfeld aus Washington hört, möchten Ron Rivera und Jack del Rio diese Rolle auch wieder besetzen. Hamilton ist nicht die Art Safety, nach der einige Fans schon länger verlangen, aber die Rolle auf Free Safety wird wohl wieder Bobby McCain übernehmen. Das macht die Verlängerung wohl klar. Doch genau die Lücke, die Collins hinterlässt wäre wie gemacht für Hamilton. Warum könnte dieser aber aus der Top10 rutschen? Ihm könnte das zum Verhängnis werden, dass schon einigen vor ihm zum Verhängnis wurde. Er hat nicht besonders gut getestet.

RAS Hamilton

Zwar steht am Ende ein Gesamtscore von 9.33, was natürlich sehr gut ist, doch kommt das unteranderem durch seine enorme Größe und sein Gewicht. Sein 40 Yard Dash war gerade mal durchschnittlich, der shuttle skill unterdurchschnittlich und der 3-cone drill war borderline gut. Nicht die Werte, die man bei Hamilton erwartet hätte. Aber auch nicht das, was man bei ihm auf Tape sieht. Hamilton spielt viel schneller als es diese Werte verraten würden. Sollte er dennoch bis zu Pick elf fallen, wäre es mein absoluter Wunschpick.

 

Interessant könnte die Geschichte rund um DaRon Payne werden. Washington möchte laut Gerüchten Payne nicht verlängert, also kommt vielleicht doch nur Defensive Line in Runde eins in Frage? 

Ich werfe einfach mal den Namen Jordan Davis in die Runde, für den Fall der Fälle.

 

Andere Needs wie Guard oder Linebacker wäre wohl an Position elf im Draft ein Reach, Linebacker ist dazu, wenn Washington weiter mit 3 Safeties spielt auch nicht der riesen need, der es vor der vergangenen Saison vielleicht noch war. Dennoch gibt es in den mittleren Runde einige interessante Linebacker, so dass ein Pick in Runde eins einfach keinen Sinn ergibt. Außerdem glaube ich nicht, das bei der dünnen Spitzengruppe der elfte Pick für andere Teams so interessant ist, dass ein downtrade Sinn ergibt, bzw. überhaupt in Frage kommt. Daher habe ich mögliche Picks in Runde eins außen vor gelassen.

Wer bis hier hin gelesen hat, dem schulde ich wohl ein Bier. Teilt gerne auf social media mit, wer euer Wunschkandidat in Runde eins ist!