Philadelphia Eagles Preview

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Nach der bitteren 27-20 Niederlage letzten Sonntag steht diese Woche das nächste Division Spiel an. Ein stark dezimiertes Washington Football Team reist in das knapp 220 km entfernte Philadelphia um im Lincoln Financial Field gegen die 6-7 Philadelphia Eagles weiter um die Playoffs zu kämpfen. Im all-time Record führt Washington mit 88-79-5. In Sachen away-games führt Washington 43-41-2 in der all-time series, wobei aus den letzten vier Spielen im Lincoln Financial Field nur eins gewonnen werden konnte. Die letzten beiden Spiele gegen Philadelphia konnte das Football Team allerdings beide für sich entscheiden, sowohl auswärts als auch daheim. Mit dem 20-14 Sieg über die Eagles im Januar 2021 konnte Washington damals das Ticket für die Wild Card buchen. Ein Sieg wird auch diesen Sonntag bitter benötigt um die Hoffnungen auf die Playoffs 2022 am Leben zu erhalten, die NFL datiert die Chance für Washington die Playoffs zu erreichen auf 39% vor dem Duell in Week 15.

Während Philly aus einer Bye-Week und zuvor einem 33-18 Sieg über die New York Jets mit Gardner Minshew statt Jalen Hurts als Quarterback kommt, hatte das Washington Football Team die Dallas Cowboys in Week 14 im Fedex Field zu Gast. Nach all den Provokationen rund um die Begegnung mit dem bitteren Erzrivalen (die Aussagen von Mike McCarthy, die eigenen Ersatzbänke, welche eingeflogen wurden), und natürlich dem Fakt dass man mit 6-6 alle Chancen auf die Playoffs in eigener Hand hatte, war ein Sieg eigentlich Pflicht, EIGENTLICH. Washington erwischte einen katastrophalen Start in das Spiel und wurde mit 24-0 in die Halbzeit geschickt. Nach der Halbzeit konnte sich das Football Team einigermaßen berappeln und durch einen Touchdown Drive unter der Regie von Kyle Allen und einer Pick-six von Cole Holecolmb im vierten Quarter wurde gegen Ende sogar noch für reichlich Spannung gesorgt. Ein Fumble im letzten Drive, welcher zum potentiellen Ausgleich hätte führen können besiegelte die Niederlage. Quarterback Taylor Heinicke erwischte einen rabenschwarzen Sonntag, 11/25 Pässen fanden den Receiver, ein TD und eine Interception sowie ein Fumble der zum direkten Touchdown für Dallas führte und ein QBR von 55.3 stehen am Ende zu buche. Im vierten Quater musste Heinicke zu allem Überfluss, wegen einer Verletzung am Ellenbogen Platz für Kyle Allen machen. Kyle Allen hatte bis zu seinem Fumble spät im vierten Quarter allen Grund Werbung für sich zu machen, mit einem grandiosen 78 yard 4:15 Minuten andauernden Drive, in dem er für 38 yards warf konnte er dem Team nochmal Leben einhauchen. Die Dinge die Washington in der Offense über die vorherigen vier Spiele so stark machten, nämlich die time of Possession und das Run game, und letztendlich zu vier Siegen am Stück nach der Bye Week führten kamen allesamt nicht zur Geltung. Runningback Antonio Gibson legte bei 10 Versuchen 36 yards zurück, ein Durchschnitt von 3,6 yards pro Versuch und ein desaströser Fumble in der eigenen Hälfte. In den drei Spielen zuvor gegen die Las Vegas Raiders, die Carolina Panthers und die Seattle Seahawks kam Gibson durchschnittlich auf 98 yards per game und auf 294 yards gesamt. Time of possession ging mit 34:29 Minuten zu 25:31 Minuten an die Cowboys, zum Vergleich Washington gewann das Duell um die time of possession in allen ihren vier Siegen und verlor es das letzte Mal bei der 31-13 Niederlage gegen die Kansas City Chiefs in Week 6. Auch die Offensive Line von Washington hatte keinen guten Sonntag zu verbuchen, vier Sacks zugelassen für 46 yards Raumverlust und wie gerade gezeigt das Rungame kam nie so richtig in Fahrt. Ein Lichtblick der Offense war Wide-Receiver Cam Sims, der sich mit 3 catches 69 yards und einem sensationellem Touchdown catch im 1 gegen 1 gegen Trevon Diggs, aufdrängte. Leading-Receiver Terry McLaurin blieb gegen Cowboys bei 3 Targets aber 0 catches blass und musste das Feld aufgrund einer Gehirnerschütterung im dritten Quarter verlassen. Defensiv bestätigte sich allerdings in einigen Teilen, der in den letzten Wochen bemerkbare Aufwärtstrend. Gerade die Redzone Defense bei einem zugelassenen Touchdown in sechs Versuchen sticht heraus. Zwar ließ die Defense insgesamt 323 yards, davon 122 rushing und 201 passing, zu, hatte im Gegenzug aber auch zwei Turnovers. Eine Interception von Landon Collins an der Dallas 40 yard Line früh im ersten Quarter beim Spielstand 0-3 für Dallas und eine Interception spät im vierten Quarter an der Dallas 30 yard Line durch Cole Holcolmb, welche direkt zum Touchdown führte. Die Defense schaffte es trotz fehlender Schlüsselspieler (Chase Young IR, Montez Sweat Covid-19) Prescott für einen Raumverlust von insgesamt 10 yards 4-mal zu sacken (davon einmal Da´Ron Payne, einmal Jonathan Allen, zweimal Landon Collins). Die Defense hielt Prescott bei einem QBR von 58.8.

Injuries:

Verletzungen und vor allem der Coronaausbruch sind DIE bestimmenden Themen in Richmond, Virginia vor dem Duell gegen die Eagles am Sonntag. Aktuell stehen 41/53 Spielern fit zur Verfügung. 21 Spieler, darunter einige Schlüsselspieler stehen aktuell auf der Coronaliste des Football Teams

Offense(7)

QB: Kyle Allen, Taylor Heinicke

OT Cornelius Lucas

C: Tyler Larsen, Keith Ismael

WR: Cam Sims

TE: Sammis Reyes, Temarrick Hemingway

Defense (14)

DT: Jonathan Allen, Matt Ioannidis, Tim Settle

DE: Montez Sweat (IR), James Smith-Williams, Casey Toohill, William Bradley-King

CB: Kendall Fuller, Troy Apke

S: Kam Curl, Darrick Forrest

LB: Khaleke Hudson (IR), David Mayo, Milo Eifler

sind die Spieler auf die Washington voraussichtlich verzichten muss. So wie sich die Lage allerdings entwickelt ist bis Sonntag nicht auszuschließen, dass weitere Spieler folgen werden. Das NFL Covid-protocol besagt, dass asymptomatische, vollständig geimpfte Spieler nur noch einen negativen Test brauchen um aus der Quarantäne zum Team zurückkehren zu können. Es könnten also sowohl noch mehr negative News als auch Rückkehrer in den nächsten 48h vermeldet werden.

Als wäre das nicht genug hat das Football Team auch einige verletzte Spieler zu beklagen. Terry McLaurin (concussion) sowie Taylor Heinicke (elbow) mussten das Feld letzten Sonntag verlassen und finden sich diese Woche auf dem injury report wieder. J.D. McKissic (concussion) hat bis heute nicht trainiert und ist fraglich für Sonntag. Curtis Samuel (hamstring), der sich seit Beginn der Saison mit einer Verletzung an der Leiste rumschlagen musste und in den letzten Wochen auf dem Weg der Besserung war, plagen nun Probleme am Oberschenkelmuskel. McLaurin, Heinicke und Samuel sind fraglich für die Begegnung am Sonntag.

Es bleibt abzuwarten wie Washington am Sonntag aufgestellt ist. Wir hoffen, dass sich der ein oder andere bis Sonntag freitesten kann, ob und wer das sein wird und in welchem Fitnesszustand er auf die Mannschaft treffen wird steht in den Sternen. Auf eine Verschiebung oder Neuansetzung des Spiels ist eigentlich nicht zu hoffen, da die NFL in offiziellen Statements bereits klar gemacht hat keine Spiele aufgrund von Covid-19 verschieben zu wollen.

Bei den Philadelphia Eagles gestaltet sich die Situation als deutlich entspannter. Frisch aus der Bye Week beklagen die Eagles wenige Verletzte. Als nominell interessanteste Personalie ist QB Jalen Hurts zu nennen. Hurts hat das Spiel vor zwei Wochen bei den New York Jets verpasst und wurde durch Gardner Minshew, der seine Sache allerdings mehr als ordentlich machte, ersetzt. Minshew brachte 20/25 Pässe an, erzielte dabei 242 yards und 2 TD, was einem Durchschnitt von 9,2 yards pro Versuch entspricht, und beendete das Spiel mit einem 78.4 QBR. Außerdem, das vielleicht wichtigste, blieb er ohne Turnover.

Das Matchup und Key Players

Irgendwie lässt es sich sehr schwer vorhersagen, was für eine Begegnung uns am Sonntag erwartet. Zwar hat Washington mit einem 6-7 record und dem aktuell 7th Seed im Rennen um die Playoffs alle Karten in der eigenen Hand, die Verletzungen und Coronaerkrankungen machen eine Vorhersage allerdings ziemlich schwer. Die Eagles halten im Moment die 15. best gerankte Offense welche der 18. best gerankten Defense des Washington Football Teams gegenüber stehen wird. Die Offense des Football Teams steht im Ranking aktuell auf Platz 20, wohingegen die Defense der Philadelphia Eagles Platz 9 belegt. Vor allem die rushing defense mit durchschnittlich nur 109 yards per game allowed bei durchschnittlich 4.0 yards pro Versuch sticht dabei heraus. Washington, die gerade erst ihre Indentität im Laufspiel gefunden haben müssen versuchen Antonio Gibson, als einer der wenigen gesunden Playmakers in der Offense ins Rollen zu bekommen. Dieses Vorhaben könnte sich aufgrund einer gegen den Run sehr guten Defense und einer neugebildeten Offensive Line (u.a. dem 5ten starting Center Jon Toth, einem ehemaligen Model) als sehr herausfordernd gestalten. Gibson, der bei durchschnittlich 64 yards pro Game steht und letzte Woche einen schwachen Spieltag erlebte wird in seiner 4-game win streak Form dringend benötigt um die Ausfälle in der Line zu kompensieren. Sollte Terry McLaurin, der zumindest mal individuell am Donnerstag trainierte, bis zum Sonntag fit sein wird er sich sehr wahrscheinlich Darius Slay und Avante Maddox gegenüber sehen. Slay führt das Team an in Interceptions, er steht bei drei Stück dieses Jahr und wenn man Pro Football Focus Glauben schenken will ist er in einem Zeitraum über die letzten fünf Wochen als Cornerback mit der besten Bewertung gelistet. Ohne Cam Sims, Logan Thomas und Curtis Samuel wird in der Passing Offense vieles auf McLaurin lasten, was unter dem Gesichtspunkt seines Gesundheitszustandes nicht optimal ist. Slay gegen McLaurin (wenn fit) wird in der Passing offense das key Matchup sein. Sollten Heinicke und McLaurin es schaffen hier und da etwas Druck von Gibson zu nehmen wird ihm das wahnsinnig helfen.

Defensiv wird einiges vom Status Jalen Hurts´s abhängen. Hurts ist nicht nur der leading passer mit durchschnittlich 202 yards pro Spiel sondern auch der leading rusher des Teams und steht aktuell bei 695 yards in 12 Spielen. Mit mobilen Quaterbacks hatte die Defense des Washington Football Teams durchaus ihre Probleme in der Vergangenheit, stellt aber mit durchschnittlich 93 rush yards per game allowed die viertbeste Defense in dieser Kategorie. Die Corona Erkrankungen in der Defensive Line (u.a. Smith-Williams, Toohill, Ioannidis, Allen, Settle) und im Linebacker Core (Hudson, Mayo) lassen eine Vorhersage über die Rush Defense allerdings eigentlich gar nicht zu. In der Passing Defense sind die Erkrankungen von Fuller und Kam Curl schmerzlich. Danny Johnson könnte eine größere Menge an Snaps sehen, sollte er bis Sonntag gesund bleiben. William Jackson III wird sich sehr wahrscheinlich auf der anderen Seite einen Großteil des Abends mit DeVonta Smith beschäftigen dürfen. Smith steht bei 701 yards auf 50 receptions und 4 TDs, wohingegen Jackson III Washington mit zwei Interceptions (eine in Week 1 gegen die Chargers und eine in Week 10 gegen die Buccaneers) anführt. Die Runningbacks Jordan Howard und Miles Sanders waren standen beide unter der Woche auf dem Injury Report und gelten als fraglich. Die Eagles teilten unter Woche die Reps zwischen Hurts und Minshew auf, das kann natürlich mit der Verletzung von Hurts zusammenhängen, kann aber auch den Gameplan der Eagles flexibler machen. Sollte Minshew am Sonntag als starting QB auflaufen ändert das natürlich für das Football Team einiges. Minshew ist deutlich ungefürchteter im Run Game, steht er doch bei 11 yards auf 4 Versuche dieses Jahr. In der Saison 2020 bei den Jacksonville Jaguars bestritt er 9 Spiele mit einem durchschnittlichen 44.0 passer rating.

News Alert:

Das Washington Football Team gab soeben bekannt QB Taylor Heinicke auf die Injury/Covid 19 Liste gesetzt zu haben. Mit Kyle Allen bereits auf dieser Liste und Ryan Fitzapatrick verletzt auf der IR wird Kyle Shurmur oder Garrett Gilbert und Jordan Ta’amu, welche gerade erst gesigned wurden, den Starting-Job für Sonntag erhalten, es sei denn Kyle Allen testet sich frei.

Predictions:

Julian: 27:20 Niederlage

Steven: 24:18 Niederlage